Mein Kreuzberg: My Kreuzberg

Learn German with a story, video & PDF 

Diese Lektion: My Kreuzberg von Linka A. Odom

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Dieser Auszug stammt aus Linka A. Odoms Essay namens „My Kreuzberg“. Er ist einer von 12 Essays in dem Buch „Letters from Berlin“, das von The Pigeonhole herausgegeben wurde.

The Pigeonhole, mit Büros in Berlin und London ist ein digitaler Herausgeber von Buchserien

Erfahre mehr über sie auf www.thepigeonhole.com.

Den ganzen Essay von Linka A. Odom kannst du auf www.thepigeonhole.com/books/letters-from-berlin lesen.

This extract is taken from an essay by Linka A. Odom called ‘My Kreuzberg’. It’s one of 12 essays in the book Letters from Berlin, which is published by The Pigeonhole. The Pigeonhole is a digital publisher of serialised books with offices in Berlin and London. Learn more about them at www.thepigeonhole.com. To read the full essay by Linka A. Odom and other essays in the series, visit www.thepigeonhole.com/books/letters-from-berlin.
Im Juni, als ich an den Stränden von Naxos faulenzte, bin ich zum Schluss gekommen, dass Kreuzberg mich zerstört hat. Ich habe nie daran gedacht, dass ich aufhören könnte, zu reisen. Doch jedes Mal, wenn ich weg bin, vermisse ich Berlin auf eine brutale Art und Weise. Ehrlich gesagt, würde ich gerne einfach zu Hause bleiben. Ich habe mich von einem Nomaden in einen Stubenhocker verwandelt. In June, lazing on the beaches of Naxos, I came to the conclusion that Kreuzberg has ruined me. I never thought I would stop travelling. But the way I miss Berlin when I’m away is brutal; frankly, I would rather just be home. I’ve been turned from a nomad into a homebody.
Zugegeben, mein Freund ist teilweile schuld daran. Er ist in Berlin geboren und aufgewachsen und er hat eine Schroffheit, die für die meisten abschreckend ist. Tatsächlich konnte meine Mutter ihn nicht ausstehen, als sie sich das erste Mal getroffen haben.

Sie hat aber keine Ahnung von dem, was ich von den Berlinern weiß. Sie sind nicht wie andere Menschen und auch nicht wie der Rest der Deutschen. Sie sind brutal ehrlich, hart in der Schale und weich im Kern: genau wie die Stadt.

Es ist ein bisschen traurig, das zu sagen, aber ich hab ihn auf Facebook durch einen gemeinsamen Freund, der ein DJ ist, kennengelernt.

Admittedly, my boyfriend shares a part of the blame. He is a born­and­raised Berliner, with an abrasiveness that’s off­putting to most. In fact, my mother couldn’t stand him the first time they met.

But she didn’t know what I know about Berliners. They aren’t like other people or even other Germans. They are brutally honest, rough on the outside, tender on the inside: a lot like the city.

It’s a little sad to say this, but I met him through Facebook, through a mutual DJ friend.

Seine Kommentare zu den Posts meiner Freunden waren von einer Bitterkeit gekennzeichnet, die ich attraktiv fand, also hab ich ihm eine Freundschaftsanfrage gesendet. Wir hatten unser erstes Date in der Bar direkt gegenüber der Straße, in der wir jetzt wohnen – ich kann die Neon­Lichter der Bar aus unseren Schlafzimmerfenster sehen. Damals haben wir beide weit von einander entfernt in den verschiedenen Stadtvierteln gewohnt -­ ich in Neukölln und er in Moabit. Er hat vorgeschlagen, uns in der Mitte zu treffen, in einer kleinen Bar in Kreuzberg namens Coba, die er liebt. His comments on my friend’s posts had a bitterness that I found attractive, so I friend­requested him. We had our first date in the bar directly across the street from where we now live – I can see its neon glow from our bedroom windows. At the time, we were both living in different neighbourhoods far from each other in the city – I in Neukölln and he in Moabit. He suggested we meet in the middle, at a small bar he loved in Kreuzberg called Coba.
Als wir beide auf getrenntem Weg hierher unterwegs waren, haben sich unsere Wege sich an der U­-Bahnstation Kottbuser Tor gekreuzt. Er was Anfang Januar, es war eisig kalt und wir beide waren in dicken Wintermänteln, Schals, Mützen und Handschuhen eingepackt ­- typische Winterkleidung für eine Stadt, die die Hälfte des Jahres eiskalt ist. Es gibt aber etwas Romantisches am Berliner Winter. Wenn du irgendwo rein kommst, musst du alle Schichten ausziehen, bevor du preis gibst, was darunter ist….und ich konnte seine Bewunderung sehen, als ich meinen Mantel abstreifte. As we were making our separate ways there, our paths crossed at the U­Bahn station Kottbuser Tor. It was early January and freezing cold, and we were both wrapped up in thick winter coats, scarves, hats, gloves – typical winter wear for a city that is freezing half the year round. There’s something romantic about a Berlin winter, though. When you get inside, you have to unwrap all the layers before you reveal what’s underneath. I had dressed up, and I could see his admiration as I peeled off my coat.
Das Coba war sehr gemütlich, mit roter Wandfarbe und dunklem Holz, überall mit Eulen geschmückt. Der Barkeper war sehr nett und er wusste, wie man einen raffinierten Drink machte. Die Bar war eine perfekte Wahl… und in den frühen Abendstunden haben wir entschieden, tanzen zu gehen. Ich war nur ein paar Mal in dem kleinen Golden Gate Klub gewesen, aber ich hab den Ort vorgeschlagen und er schien zufrieden zu sein. Es ist einer der ältesten Klubs in Berlin und hat schon seit über zehn Jahren auf. Er befindet sich unter dem U­-Bahn Gleis bei der Jannowitzbrücke. Ich habe immer gedacht, dass er eine Berliner Version der Amerikanischen Spelunke ist. Eine Spelunke, voller eingefleischter Technoheads, ein Dreckloch, absolut liebenswert,­ eine gute Zeit garantiert. Wir haben uns zum ersten Mal in den Toiletten oberhalb der Tanzfläche geküsst. Nicht die eleganteste aller Liebesgeschichten aber sie ist die unsere. Und jetzt können wir von unserem Schlafzimmer aus auf die Bar, wo wir unseren ersten, gemeinsamen Drink hatten, hinuntersehen. Coba was very cosy, with red paint and dark wood, decorated everywhere with owls. The bartender was friendly, and he knew how to make a wicked drink. It was a great choice of bar. We talked easily, and in the early hours we decided to go dancing. I had only been to the tiny club Golden Gate a couple times, but I suggested it and he seemed pleased. It’s one of Berlin’s oldest clubs and has been going for more than ten years now. It sits underneath the U­Bahn tracks at Jannowitzbrücke. I’ve always felt as though it’s Berlin’s version of an American dive bar, a disco dive bar full of die­hard techno heads, kind of a dump and completely lovable, a guaranteed good time. We shared our first kiss in the bathrooms above its dance floor. Not the most elegant of romance stories, but it’s ours. And now we can look down from our bedroom and see the bar where we had our first drink together.

 

 

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